Und das spielte sich bisher ab

 

Hier finden Sie alle unsere vorangegangenen Veranstaltungen.

 

Die erste Kulturzyt-Veranstaltung war am 13.11.2013 im Citychäller Glarus-


Humorbuchtreffen mit Niccel Steinberger

Freitag, 15. Februar 2019 in der Mensa der Kantonsschule

Das Glück kommt zu denen, die lachen

von Hans Speck,

17. Februar 2019, Glarus

 

Immer wieder mit neuen Ideen überrascht der Buchverlag Baeschlin und der Verein «kulturzyt» ihre Leserschaft. «Ein unvergesslicher Abend mit unkalkulierbaren Nachwirkungen auf die Lachmuskeln», lautete die vielsagende Affiche für ein Humorbuchtreffen mit Niccel Steinberger, Ehefrau von Humorlegende Emil Steinberger. Ein geselliger, unvergesslicher Abend mit dem Ziel, ein eigenes Humorbuch zu gestalten und zu kreieren.

 

Humor kann besonderes in einer Zeit der Globalisierung und des Pluralismus ein probates Mittel sein, Stimmungen und Meinungen zu reflektieren und zu relativieren. Mit Humor soll der tägliche Griesgram bekämpft werden. Lachen ist das geeignete Mittel dazu. «Wir sollten viel mehr lachen, auch wenn es uns manchmal nicht zum Lachen zumute ist», meint Niccel Steinberger, ausnehmend hübsche und charmante Ehefrau des unverwüstlichen «Emil», bekannt als Kultkomiker für alle Generationen. Obwohl uns das Lachen bereits in die Krippe gelegt wurde, stellen heutzutage immer mehr Menschen fest, dass sie im Alltag zu wenig Gelegenheit für fröhliches, entspannendes und regelmässiges Lachen haben. Die rheinische Frohnatur Niccel hat eine sensationelle Lösung, Menschen wieder auf die Spur der Fröhlichkeit und des Lachens zurückzubringen. Sie macht das auf vielseitige und äusserst kreative Art, indem sie sogenannte «LachsemiNarre» organisiert. In diesen geht es nicht darum, Menschen das Lachen beizubringen. Das können wir bereits nach wenigen Monaten. Ihr Anliegen ist, die Teilnehmer auf vielfältige Art und Weise zum Lachen zu verführen und ihnen kleine Werkzeuge in die Hand zu geben, mit denen aufs Eis gelegter Humor und das Lachen wieder im Alltag und Berufsleben aktiviert werden.

Lachen ist die beste Medizin

Beim Lachen werden verspannte Muskeln gelockert und der Körper mit Sauerstoff geflutet. Nach intensivem Lachen gelangt der Körper in eine Entspannungsphase. In dieser wird der Kreislauf heruntergefahren. Der Körper baut dadurch Stresshormone ab und fühlt sich befreit und entspannt an. Bei der rhythmischen Bewegung des Zwerchfells kommen ausserdem Leber, Galle, Milz und der Magen-Darm-Bereich in Schwung. Die Verdauung wird gefördert und dass wir beim Lachen tiefer und schneller atmen als sonst, ist gut für die Lungenfunktion. Lachen hat insgesamt also tatsächlich einen Einfluss auf unsere Gesundheit und eine positive Lebenseinstellung. Das hat auch einen gesellschaftlichen Effekt: Man lacht eher weniger allein, sondern lieber zu zweit oder in einer Gruppe. Kindern gelingt das übrigens besser als Erwachsenen. Sie lachen ca. 400-mal am Tag, Erwachsene nur 15-mal.

Ein eigenes Humorbuch

Im Zentrum des Humorbuchtreffens in der Mensa der Kantonsschule in Glarus stand die Gestaltung eines eigenen Humorbuchs. Im Buch von Niccel mit dem Titel «Mein Humorbuch» sind Kreativität und Ideen gefragt. Dazu findet man auf jeder zweiten Seite eine Anregung, was man im Humorbuch alles eintragen, einkleben und zeichnen kann. Um allen den Einstieg zu erleichtern, erhielten die Teilnehmer Klebstoff, Stift und Schere. Auf einem langen Tisch lag ein wirrer Haufen voll mit Zeitungsausschnitten, Sprüchen, Cartoons und Fotos, die dazu dienten, die ersten Seiten im persönlichen Humorbuch zu gestalten. In diesen Haufen konnten Teilnehmer wühlen, bis sie etwas gefunden hatten, was dem eigenen Humor entsprach. Es wurde geklebt, geschrieben, geschnitten und fotografiert. Und ganz wichtig, fröhlich gelacht, geschwatzt und gewitzelt, ganz nach dem Gusto von Workshop-Leiterin Niccel. Nimmt man dieses Buch, welches über die Jahre hin gefüllt wurde, später wieder einmal hervor und blättert darin, kann es durchaus passieren, dass dieses unvermittelt ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert und den Leser oder die Leserin in fröhliche Stimmung versetzt. Jedenfalls möchte «Emil» nicht mehr auf das Humorbuch seiner Frau verzichten.

 

Erzählstunde: Der Hase hält Winterschlaf mit Marion Arnold

Samstag, 19. Januar 2019, auf dem Dachboden der Buchhandlung Baeschlin

Rückblick auf den Abend mit Barbara Bleisch

Freitag, 11. Januar 2019, auf der Piazza der Landesbibliothek

Eine Beziehung ohne Pflicht und Schuld

 

Barbara Bleisch, brillante Philosophin, Moderatorin, Kolumnistin und Dozentin hat ein Aufsehen erregendes Buch geschrieben: „Warum wir unseren Eltern nichts schulden“. Mit dem Verein kulturyt wurde es am 11.Januar in der Landesbibliothek Glarus vorgestellt – vor ausverkauften Reihen.

 

Es ist ein Thema, das offenbar einen Nerv trifft – und noch immer mit Tabus belegt ist. „Warum wir unseren Eltern nichts schulden“ betitelt Autorin Barbara Bleisch ihr 2018 erschienenes Buch. Am 11.1. stellte die Sternstunde-Moderatorin es in Glarus auf Einladung des Vereins kulturzyt einem grossen Publikum vor. Gaby Ferndriger begrüsste Autorin und Gäste, Swantje Kammerecker führte als Moderatorin durch den Abend. Er war kurzweilig, überraschend, und aufschlussreich.

 

„Niemanden ohne Not verletzten“ – Diese allgemeine Prämisse menschlichen Verhaltens gilt auch für die Beziehung zwischen erwachsenen Kindern und Eltern (und zwar wechselseitig). Doch genau diese Beziehung zeigt sich als extrem verletzlich – und dazu noch öffentlich (ein Familienabbruch wirft auch nach aussen hin mehr Wellen als die Beendigung einer Freundschaft). Familie kann man sich nicht aussuchen; sie ist gar die unfreiwilligste aller Beziehungen. Exfreunde oder Expartner gibt es, aber keine Exeltern oder Exenkel. Sie werden immer zu unserer „erweiterten Identität“ gehören – und umgekehrt. Mit solchen Argumenten, und nicht aufgrund einer als selbstverständlich angenommenen Schuld oder Dankespflicht, begründet Barbara Bleisch ihr Plädoyer für einen besonders sorgfältigen und wertschätzenden Umgang mit unseren Eltern. Dabei müssen wir uns aber auch abgrenzen können, inadäquate Forderungen zurückweisen. Uns verbindet eine lange Geschichte miteinander: Von einer existentiellen Abhängigkeit muss sich jedes Geborene zu einem eigenständigen Wesen entwickeln, bis man auf Augenhöhe miteinander ist - was mit Freuden und Leiden einhergeht. Und gerade in den Fällen, wo Kinder vor allem unter ihren Eltern zu leiden haben, wird erkennbar, dass eine Schuld (die man ohnehin lebenslang hätte und nie abtragen könnte) oder Dankespflicht nicht zu rechtfertigen sind. Dass man nur aufgrund einer Blutsverwandtschaft, oder ähnlich wie in einer Freundschaft, einander verpflichtet sei, auch diese Thesen widerlegt Barbara Bleisch. Wenn eine reife, verantwortungsvolle Beziehung gelingt, kann das ein tiefes Glück sein. Dazu kann dieses kluge Buch viel beitragen. Es befreit dazu, Familie neu zu denken – als grosse Chance.   

 

Rückblick auf den Abend mit Monika Renz

„Was ist gutes Sterben? – Das Ich stirbt in ein Du hinein“.

Der Vortragsabend mit der Fachfrau für Sterbebegleitung, Monika Renz hat ein grosses Publikum angesprochen. Die Cafeteria des Kantonsspital Glarus musste mit immer Stühlen nachgerüstet werden, am Büchertisch gab es einen Ansturm. Denn wohl niemand kann hierzulande mit einem derart grossen Spektrum an Erfahrungen, Forschung, und so viel Hintergrundwissen an das Thema herangehen, das alle betrifft und tief verunsichert. „Die Aussensicht auf einen Sterbenden ist nicht gleich der Innensicht desselben“, und „Es ist wichtig, zu unterscheiden, was wir bei einem Sterbenden wahrnehmen, und was unsere Interpretation ist“, betont Monikas Renz. Leiden gehöre zum Streben, aber nicht nur: Zugleich ereigne sich oft auch sehr viel Wunderbares, verdichtete Begegnungen, Reifung, Prozesse vom Kampf zu einem tiefen Frieden, den nichts mehr stören könne. Dem gelte es Raum zu geben, mit höchstem Respekt zu begegnen. Wie Begleitung in dieser Phase aussehen kann illustriert die Theologin, Musiktherapeutin und Psychotherapeuten an eindrucksvollen Patientenbeispielen. Schmerz, Angst, Anspannung und Gefühle der Unerträglichkeit kann zu begegnen. Eine Patientin, die zuvor ihr Leben als eine Zumutung sah und sich töten wollte, erlebte in einer tief entspannenden Klangreise etwas Kostbares, Heiliges – ein Alternative zum vorherigen Zustand ist möglich. Eine junge Frau konnte ihr Leben loslassen, nachdem sie gehört hatte, was sie den auf Erden zurückbleibenden Bezugspersonen bedeutete. Etliche Menschen machten überraschende spirituelle Erfahrungen – auch überzeugte Atheisten. Ein Patient, der tagelang halbkomatös und verschreckt auf die Wand starrte, fand Frieden, als Frau Renz seine Position einnahm, den Schrecken eines unsäglichen, anonymen Gegenübers mitempfand, dies ausdrückte und ihm zusprechen konnte, dass ihm etwas Gutes entgegenkäme. “Unsere Worte, unsere Deutungsversuche dürfen aber nie manipulieren, ich sehe sie als Leihgaben, welche auch abgelehnt werden dürfen.“ Je näher der Punkt des Sterbens komme, „desto grösser wird das Geheimnis – wir können nicht über die Schwelle sehen, nichts übers Jenseits sagen“, so Renz. Dennoch zeigte ihre Forschung an über 1000 Sterbenden, dass sich die Wahrnehmung typischerweise in drei Stadien verändert. Inmitten des Prozesses wird eine innere Bewusstseinsschwelle überschritten – die Stadien bezeichnet durch VORHER, HINDURCH, DANACH. Im DANACH hat sich das ICH mit seinen Konturen und Bedürfnissen aufgelöst und der noch Lebende befindet in einem anderen, allumfassenden Bewusstseinszustand, der ohne Angst, Schmerz erlebt werde. Im Hindurch, wenn das ICH noch da sei, aber die Umwelt nicht mehr richtig eingeordnet werden kann, kann eine gute Begleitung helfen und zur Lösung beitragen. Nachdem Vortrag beantwortete Frau auch noch zwei Fragen aus dem Publikum – davon eine sehr brisante zur Sterbehilfe. Darüber habe sie schon in vielen Interviews Antwort gegeben, so Frau Renz. Sie verurteile niemanden, der aus Verzweiflung den Suizid wähle. Bei der organisierten Sterbehilfe gebe es jedoch recht einschneidende „Nebenwirkungen“ – z.B. auf Pflegende und Angehörige, auch aufs gesellschaftliche Klima. „Ich versuche, beim Ansinnen zur Sterbehilfe zu erfahren, was hinter diesem Wunsch steht und dann Alternativen anzubieten.“ Oft kann dann noch ein anderer Weg beschritten werden, wie bei der suizidalen Frau mit der Klangreise-Erfahrung. „Danach kann man das nicht einfach nicht mehr tun“, sagte dieser hinterher. 

Erzählstunde mit Beatrix Künzli im City-Chäller «Murmelis grosser Flug»

Der Autor Heinz Lüthi und der Kinderbuch-Illustrator Patrick Mettler schufen ein lustiges Bilderbuch über ein Murmeltier, das fliegen lernen möchte. Und welches Kind hat nicht auch einmal davon geträumt? Spannend und kindgerecht erzählte Beatrix Künzli auf Glarner Mundart die im 2015 im Baeschlin Verlag publizierte Geschichte. „Endlich, der Duft des Frühlings! Jetzt darf Murmeli aus dem Bau schlüpfen und sich so richtig satt fressen. Aber es gibt auch einiges zu lernen: wie man Wache hält und bei Gefahr ordentlich pfeift beispielsweise. Zum Glück ist der Grossvater ein guter Lehrer. Und ein abenteuerlustiger obendrein! Heimlich hat er sich einen Gleitschirm gebastelt und nun nimmt er Murmeli mit auf einen unvergesslichen Flug.“ Anschliessend durften die Kinder noch basteln. 

Eine Buchhandlung wird zum Kochstudio

Freitagabend herrschte Grossandrang beim Vegan-Cooking-Event mit Kochbuch-Autor Philip Hochuli. Eingeladen hatten der Verein kulturzyt und der Veganerbund Glarus-Linth, für die logistische Unterstützung sorgten der Bioladen Ulme und Baeschlin Bücher. Das bunt gemischte Publikum staunte, wie unkompliziert herzustellen und wohlschmeckend etwa vegane Mayonnaise oder ein Apéro-Snack mit Kichererbsenpüree ist. Auch zeigte Hochuli wie man schnell und Gemüse rüstet und gab Tipps für Zutaten. Das Trio Fly der Glarner Musikschule begeisterte mit einem gekonnten und vielseitigen Programm – von Renaissance bis Funk!  Es wurde ein langer Abend für den jungen Erfolg-Autor („Vegan Chocoholic“, „Vegan – die pure Kochlust“), der fleissig Bücher signierte.

 

Rückblick auf die Erzählstunde im Revier Ennenda

Rückblick auf             Erzählstunde Benjamin 

Leben unter der Erde – viel Leben im Naturzentrum!

Ein spannender Nachmittag zum Zuhören, Spielen und Entdecken: Mehr als 40 Kinder und Erwachsene besuchten am Mittwoch 16. September die kulturzyt-Erzählstunde „Benjamins Abenteuer“ im Naturzentrum Glarnerland. Claudia Zweifel, Pädagogin und Mitarbeiterin des Naturzentrums Glarnerland, fesselte die Kleinen mit ihrer Erzählung über die Abenteuer eines Mäusepaars. Anschliessend durften die Kinder selber im Raum auf Suche nach Mäusen gehen. Sie fanden Tiermodelle, aber auch ein paar süsse Müsli fürs Zvieri, das vom Team des Naturzentrums serviert wurde. Im zweiten Teil  erkundeten die Besucher selbst die Natur unter der Erde. Ob im Kriechtunnel, am Binokular, beim Puzzle, Ratespiel, oder am  Basteltisch – überall  gab es viel zu entdecken und auszuprobieren. Der Besuch der tollen Ausstellung im Naturzentrum ist sehr zu empfehlen für Leute allen Alters!